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Achereggbrücke


Bis Mitte des vorletzten Jahrhunderts waren Nidwalden und Obwalden verkehrsmässig schlecht erschlossen. Da Strassen und Brücken fehlten, waren beide Kantone praktisch ausschliesslich über den Seeweg mit der Aussenwelt verbunden, sieht man von Saumwegen (z.B. über den Renggpass am Lopper sowie den Brünig) ab.

Achereggbrücke

Achereggbrücke als Lebensnerv

1855 fand in Bern eine erste Besprechung für den Bau der Brünigstrasse statt, in deren Rahmen auch die Strasse entlang des Loppers und eine Brücke bei der Acheregg geplant waren. Die Kosten waren mit 1,51 Millionen Franken veranschlagt, von denen Nidwalden 266’000 Franken übernehmen sollte. Doch dieser Betrag war für den mausarmen Kanton nicht tragbar, weshalb man sich darauf einigte, dass Nidwalden bloss für die Bodenentschädigungen sowie den Unterhalt der Strasse auf seinem Kantonsgebiet aufzukommen hatte.

Arge Finanzsorgen
Doch trotz dieses Entgegenkommens plagten den Kanton weiterhin finanzielle Sorgen angesichts des geplanten Baus der Achereggbrücke. Die günstigere Variante sah vor, für 48’000 Franken eine normale Brücke zu erstellen. Die Schifffahrtsgesellschaft, die seit 1837 in Alpnachstad eine Schiffstation hatte, und der Kanton Obwalden drängten jedoch auf den Bau einer Aufzugbrücke. Diese hätte eine Durchfahrt der Dampfschiffe erlaubt, war jedoch 12’000 Franken teurer als das günstigere Projekt. Dank Baudirektor Kaspar Blättler, der als einer der Nidwaldner Wirtschaftspioniere im Rotzloch ein Kurhotel betrieb, löste sich jedoch das Problem der Nidwaldner Regierung überraschend: Blättler erklärte sich bereit, die Aufziehbrücke für 31’000 Franken zu erstellen. Im September 1860 wurde die Brücke auf eine Tragfähigkeit von 150 Zentnern getestet und mit einem grossen Fest dem Verkehr übergeben.

Eine rasante Entwicklung
Fortan war Nidwalden an das Wirtschaftsgebiet Luzern und das schweizerische Strassennetz angeschlossen, und es vollzog sich eine rasante Entwicklung: Diverse Strassen wurden ausgebaut oder neu angelegt, Industrie siedelte sich an, und das Gewerbe erlebte einen ungeahnten Aufschwung. Aber auch der Tourismus begann zu blühen. 1871 wurde die Bürgenstockstrasse gebaut, 1888 erfolgte die Eröffnung der Bürgenstockbahn, 1893 diejenige der Stanserhornbahn sowie des Trams Stansstad-Stans. Im gleichen Jahr nahm die Stansstad-Engelberg-Bahn (StEB) ihren Betrieb auf.

Zwei Drehbrücken nach Stansstad
1869 entstand durch den Zusammenschluss der verschiedenen Schifffahrtsgesellschaften die Dampfschiffgesellschaft des Vierwaldstättersees (DGV). Die nach und nach in Dienst gestellten Schiffe wurden immer breiter, weshalb die Durchfahrt bei der Hebebrücke Acheregg zu schmal wurde. Da der Kanton 1887 einen Ausbau der Brücke ablehnte, übernahm die DGV die entsprechenden Kosten. Die Aufziehbrücke wurde durch eine Drehbrücke ersetzt und die Durchfahrt auf eine Breite von 18 Metern erweitert.
Schon bald wies die neue Brücke aber technische Mängel auf. 1911 wurde deshalb beschlossen, der Firma Bell in Kriens den Auftrag für eine neue Brücke zu erteilen. Das 150’000 Franken teure Wunderwerk wurde im Mai 1914 eingeweiht. Es wurde zu einer touristischen Attraktion und fand gar in Schulbüchern Aufnahme. Jahrzehnte lang war fortan die Achereggbrücke Dreh- und Angelpunkt für die Entwicklung von Stansstad und des ganzen Kantons Nidwalden.

1954 fasste die Landsgemeinde den Beschluss für den Bahnanschluss nach Hergiswil und somit der Schaffung der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn (LSE) und den Bau der Autobahn A2. Nach langer Planungs- und Bauzeit wurde Nidwalden 1964 mit der LSE an das schweizerische Bahnnetz und mit der A2 an das Autobahnnetz angeschlossen. Mit den neuen Brücken wurde für Nidwalden eine neue Epoche eingeläutet. Sie brachten die wirtschaftliche und verkehrsmässige Vollintegration und damit verbunden beachtlichen Wohlstand. In den folgenden Jahrzehnten zeigten sich aber auch mehr und mehr die negativen Seiten des Brückenschlages. Wurde die Autobahn anfänglich als Segen gefeiert, ist das heutige Verkehrsaufkommen auf dieser europäischen Hauptverkehrsachse, die Stansstad in zwei Teile schneidet, für viele eher ein Fluch. Immerhin ist Abhilfe in Sicht: Eine teilweise Überdachung der A2 dürfte die ärgsten Lärm- und Abgasprobleme in absehbarer Zeit lösen.