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Kunstausstellung von Charlie Lutz "Momente der Zeit"
4. Nov. 2017 - 26. Nov. 2017

Ort:
Sust Stansstad
Dorfplatz
6362 Stansstad
Organisator:
Kulturkommission Stansstad
Kontakt:
Irene Flühler
E-Mail:
irene.fluehler@kfnmail.ch


Kunstausstellung Charlie Lutz: „Momente der Zeit“
4. – 26. November 2017
Vernissage 4. November. 17.00 – 19.00 Uhr. Einführende Worte von Andreas Pfister (freier Publizist und Gymnasiallehrer)
Führung mit dem Künstler am Sonntag, den 12. November. 14.00 Uhr
Öffnungszeiten an Samstagen von 14.00 – 18.00 Uhr, an Sonntagen von 11.00 – 17.00 Uhr

Konstellationen

Charlie Lutz könnte sich gut vorstellen den Titel seiner Ausstellung „Momente der Zeit“ in „Konstellationen“ zu ändern. Eine Konstellation bedeutet das Zusammentreffen von Umständen, eine Zusammensetzung, eine Gruppierung von Verhältnissen zu einem grösseren Ganzen, zu einer Gesamtlage. Der Begriff wird häufig in der Astonomie gebraucht, hat aber seit längerer Zeit auch in der bildenden Kunst einen festen Platz. So nannte Joan Miró 1940/41 eine Gemäldeserie von 23 kleinformatigen Gouachen „Constellations“, und – um ein Beispiel aus der Aktualität zu nennen - seit 2009 zeigt das Kunstmuseum Thurgau mit den fortlaufend nummerierten „Konstellationen“ jedes Jahr eine neue Werkauswahl aus seiner Sammlung.

Nun konzipiert also auch Charlie Lutz zum ersten Mal in seiner langen künstlerischen Biographie eine Aufstellung unter dem Begriff „Konstellationen“. Welche Kombinationen er zusammenstellen wird, lässt er bis zum letzten Moment offen, und zudem ist es nicht gesagt, dass die gesamte Ausstellung ausschliesslich nach diesem Prinzip aufgebaut sein wird. Eine Möglichkeit ist, dass Bilder nach verschiedenen Schaffensperioden zu einer Gruppe zusammengefügt werden, und dann würde der Titel „Momente der Zeit“ plötzlich wieder stimmen.

Linien und Schichten

Geplant ist, dass Einheiten von fünf bis sechs Bildern gebildet werden. Es gibt zahlreiche Beweggründe für mögliche Konstellationen: nach Chronologie, Thematik oder Format geordnet, mit figürlicher oder abstrakter Bildsprache, mit dem Blick auf die verwendete Technik oder die farbliche Zusammensetzung. Der Fantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Charlie Lutz erwartet nicht, dass sich der Besucher in erster Linie auf die Suche nach dem möglichen Ursprung für die einzelnen Konstellationen macht. Die Werke haben auch keine Titel; hingegen wird das Entstehungsjahr aufgelistet. Viel wichtiger ist dem Künstler, dass sich der Betrachter mit dem einzelnen Werk auseinandersetzt: mit dem Motiv, der Technik, der Farbgebung. Thematisch arbeitet Charlie Lutz mit dem Sehen und dem Erkunden von Spuren, er stellt in seinen Fragmenten Bezüge zum Mensch und seiner Umgebung her und setzt malerische Impulse, damit der Besucher die Zusammenhänge nach persönlichem Empfinden aufspüren kann. Bei der Technik stehen zwei Grundzüge im Vordergrund: die zeichnerische Linienbewegung und die flächige Schichtung des Malens. Die Oberfläche des verwendeten Materials – Holz, Plexiglas, Leinwand – wird so lange bearbeitet, werden die Schichten so lange auf- und abgetragen, wird gefräst, eingefärbt und beschichtet, bis das Kunstwerk dem Ideal der grösstmöglichen Reduktion gerecht wird. Die Farben – Acryl, Wasserfarben oder Öl – werden stark durch die Technik der unregelmässigen Schichtung beeinflusst. Sie wirken flächig, unruhig, wegen des Fehlens von reinen Farben recht dezent, mit fliessenden Übergängen, die in der Regel von kräftigen Linien auf der Oberfläche dominiert werden.

Schlüsselwerke

Charlie Lutz wird in der Sust Stansstad eine grosse Auswahl von verschiedenartigen Kunstwerken zeigen. Dazu gehören unter anderem auch Stelen von unterschiedlicher Grösse. Einen zentralen Platz wird im Erdgeschoss eine Skulptur aus drei grossen Plexiglas-Wänden einnehmen, die parallel nebeneinander stehen und genügend Zwischenraum aufweisen, damit sie der Besucher von allen Seiten betrachten kann. Solche Vollplastiken sind im Werk des Künstlers neu. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich diese Tendenz weiterentwickelt. Charlie Lutz ist bei seinem Schaffen stets offen für neue Ideen, die sein Werk meist unerwartet beeinflussen. Der Künstler erkennt häufig erst im Nachhinein, dass in einem bestimmten Moment – manchmal zufällig - etwas Neues entstanden ist, das die Basis für eine weitere Dimension in seinem künstlerischen Wirken gelegt hat. Er nennt solche Kreationen Schlüsselwerke, die ihm neue Wege zeigen und die ihn eine Zeitlang stark beeinflussen. Dann beendet er für den Moment solche Phasen, denn er befürchtet, dass eine allzu intensive Konzentration auf ein Thema die Gefahr der Repetition heraufbeschwört. Er kehrt entweder zu früheren, noch nicht vollendeten Arbeiten zurück oder widmet sich neuen Materialien und Techniken. Bei aller Lust zu Innovationen stellt er mit einer gewissen Überraschung fest, dass gewisse Grundmuster in seinem Schaffen immer wieder vorkommen, dass er gerne um einige dominante Elemente kreist: die Linie, das Zeichnerische, bei allem Drang nach dem Abstrakten die figürliche Darstellung des Menschen, die Auflösung des Farbraums, der Drang nach der Reduktion, das Spiel mit Sehen und Wahrnehmen, Acrylglas alles faszinierendes Material, das sich ausgezeichnet für künstlerische Experimente eignet.

Rafael Schneuwly, Kulturkommission Stansstad

Kunstkarte zur Ausstellung
Kunstkarte zur Ausstellung

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