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Kunstausstellung Stefan Rogger: "Mit den Augen der Fantasie"
5. Mai 2018 - 27. Mai 2018

Ort:
Sust
Am Dorfplatz
6362 Stansstad
Organisator:
Kulturkommission Stansstad
Kontakt:
Irène Flühler
E-Mail:
irene.fluehler@kfnmail.ch


Vernissage: Samstag, 5. Mai, 17.00 - 19.00 Uhr
Laudatio von Urs Sibler
Musikalische Umrahmung: "Stansstader Wassermusik" mit Roli
von Flüe
Drei Führungen von jeweils 14.00 - 15.00 Uhr
Sonntag, 13. Mai: Spielerische Führung für Kinder und Begleiter
Pfingstmontag, 21. Mai: Kunsterlebnisse, das Leben als
Künstler
Samstag, 26. Mai: Vielfalt in Kunst und Kunsttechnik
Finissage : Sonntag, 27. Mai

Öffnungszeiten: samstags, 14.00 - 18.00 Uhr; sonntags 11.00 - 17.00 Uhr

Öffnungszeiten: samstags, 14.00 - 18.00 Uhr; sonntags 11.00 - 17.00 Uhr




Fantastische Fantasien

Stellen Sie sich Stefan Rogger als einen Künstler vor, der mit offenen Augen durch die Welt geht, der mit kindlichem Sinn alles, was sich ihm offenbart, wie ein Schwamm aufsaugt und zu Hause mit Lust und Witz intuitiv zu Papier bringt. Dieser Künstler hat eine kunsthistorische und psychologisch-pädagogische Ausbildung, was ihm ermöglicht, seine Gedanken in Bezug auf seine Kunst präzis und brillant formuliert auszudrücken. Dank seiner Studien ist er mit den Werken eines Hieronymus Bosch’ oder den Bildern eines Pieter Breughel d. Ä. vertraut, kennt die Malerei von Pablo Picasso, Paul Klee und Max Ernst. Dort, wo farbige Bilder entstehen, glaubt man den Einfluss von Marc Chagall zu erkennen, und selbst zur kolossalen Wucht und Figurengestaltung der Bilder von Friedrich Dürrenmatt lassen sich Parallelen feststellen.

Die zeitliche Bandbreite von fast 500 Jahren zeigt, wie viel verschiedenartige Kunst, wie viele ganz unterschiedliche Themen im Schaffen von Stefan Rogger Platz haben. Die Gegensätze sind bemerkenswert: Auf der einen Seite zeigt sich das Verspielte, das Unbeschwerte, auf der anderen Seite das Abgründige, Erschreckende. Doch in dieser Welt hat es nicht nur Platz für beides, sondern es gibt auch die Überzeugung, dass es beide Seiten braucht. Stefan Rogger formuliert es so: „Der Künstler gibt sowohl dem Komischen wie dem Tragischen Gestalt. Fantastische Figuren kommen einmal lustig skurril und einmal erschreckend daher.“ Schon der spanische Künstler Francisco de Goya hat sich vor über 200 Jahren mit diesem Phänomen beschäftigt. Seine Erklärung findet sich auf dem 43. Blatt seiner 80 Werke umfassenden Radierungen aus der Sammlung „Los caprichos“: „El sueño de la razón produce monstruos“ („Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“). Stefan Rogger ist überzeugt, dass sich viele Menschen im Erwachsenenalter nicht mehr in Traumwelten verlieren wollen, dass sie sich bemühen den Alltag rational zu meistern und dabei magische Inhalte ins Unbewusste abdrängen. Mehr Vertrauen hat er in diesem Punkt in die Kinder, die sich der symbolhaften Innenschau ohne Scheu nähern, so wie sie sich unbefangen in der Welt der Märchen bewegen. Deshalb versteht sich der Obwaldner Künstler gut mit Kindern und zeichnet und malt mit ihnen. So können am 13. Mai Kinder und Begleiter nach einem spielerischen Rundgang durch die Ausstellung im Beisein des Künstlers in der Sust selber zeichnen und gestalten.

Vielfalt auch in der Technik

Stefan Rogger wird an der Ausstellung in der Sust viele Zeichnungen, eine Anzahl Gemälde wie „Augenblick einer Stadt“, „Lieblingsfarbe: Bunt!“ oder „Anima Luna“ und etwa sechzig Figuren aus verschiedensten Materialen zeigen. Bei diesen fantastisch-fantasievollen Skulpturen lassen sich u. a. Einflüsse aus lateinamerikanischen Volkskulturen und aus der Innerschweizer Fasnacht erkennen. Das erste und allem zu Grunde liegende Betätigungsfeld des Künstlers sind die Zeichnungen. Diese Arbeiten begleiten den Künstler seit der Kindheit. Sie sind für ihn das Experimentierfeld schlechthin, stehen stets zur Verfügung, wenn es gilt, spontan innere Eindrücke rasch festzuhalten und bilden – allerdings eher selten – die Grundlage für spätere Farbbilder. Sie können auch dazu beitragen nach Schicksalsschlägen das seelische Gleichgewicht wieder herzustellen. So hat Stefan Rogger 2005, als das Hochwasser praktisch sein gesamtes Werk zerstörte, aus einem inneren Schaffensdrang heraus, der schon fast existenzielle Formen annahm, während eines Jahrs jeden Tag eine Zeichnung angefertigt.

Bei der zeichnerischen Arbeit geht der Künstler sehr intuitiv vor. Ohne Vorlage, ohne Entwurf, ohne Vorzeichnung bringt er seine Eindrücke, seine Gefühle mit Tusche, Farbstiften oder schwarzem Kugelschreiber mit Feinheit und grosser Präzision zu Papier. Selten wird eine Zeichnung überarbeitet und koloriert. Eine Spezialität ist die Kritzkratz-Technik, die Stefan Rogger sowohl bei Zeichnungen wie bei Bildern anwendet. Bunte Ölkreide wird mit einer schwarzen Schicht bedeckt, die so behandelt wird, dass Strukturen und Farbschichten entstehen. Aus dieser Oberfläche werden mit Schmirgelpapier, Pfannenplätzen, Tüchern oder Sticheln lebendig wirkende Geschöpfe und Symbole herausgearbeitet.

Bei den grossen Bildern geht Stefan Rogger überlegter ans Werk. Seine kunsthistorische Ausbildung kann und will der Künstler nicht abstreifen. Die Bildkompositionen folgen erarbeiteten Regeln der klassischen Moderne: Horizontale, Vertikale, Diagonale, Kreise als Grundlage. Die Suche nach der Mitte, um die alles kreist, spielt eine wichtige Rolle. Auch beim Gebrauch der Farben lässt sich Stefan Rogger von der modernen Farbenlehre leiten. Er achtet sehr genau darauf, welche Emotionen eine Farbe auf den Betrachter auslöst. Der Künstler vergleicht sich mit einem Komponisten von Musik, der durch sein symphonisches Schaffen den Betrachter an seinen Emotionen und Gedanken teilhaben lässt. So verwendet er beispielsweise für das Bild „Nordseestimmung“, das in der Ausstellung gezeigt wird, kalte Blautöne bis Türkis. Bei den Gemälden auf Leinwand trägt er die Ölfarbe häufig mit blossen Fingern auf, wodurch sich der erwünschte Effekt einer plastischen und lebendigen Oberfläche ergibt.

Welttheater in der Sust

Vom 5. bis zum 27. Mai wird sich die Sust in eine Bühne verwandeln, auf welcher Stefan Rogger sein malerisches Welttheater präsentieren möchte. Welche Rollen verteilt werden, lässt der Maler-Regisseur bis zum letzten Augenblick offen. Wahrscheinlich steht eher die heitere Seite seines Werks im Vordergrund. Aber auch so wird die Ausstellung noch viele Fragen offen lassen; z. B. bei der Betrachtung des grossen Bilds „Memento Mori und Totentanz“. Am 21. und am 26. Mai wird Stefan Rogger über sein Leben als Künstler und seine Beziehung zu Kunst und Kunsttechnik sprechen. Wer will, kann sich ein eigenes Bild davon machen, warum für Stefan Rogger die Suche nach dem Magisch-Mystischen so wichtig ist, warum viele seiner Figuren archetypische Züge aufweisen, warum es sich lohnt die Zeichnungen und Bilder psychologisch zu analysieren, warum auch die Auseinandersetzung mit dem Grauen, dem Monströsen Vergnügen bereiten kann oder warum wir Menschen nach Meinung von Stefan Rogger die Rolle spielen, welche uns bei aller Freiheit zugeteilt ist. Ganz im Sinn des barocken Welttheaters!

Rafael Schneuwly, Kulturkommission Stansstad (Mitte April 2018)

Wurzelmännchen
Wurzelmännchen

Dokumente
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Fische.jpg (jpg, 821.0 kB)
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kuko_rogger_kunstkarte_148x210.jpg (jpg, 2953.5 kB)
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